Die Sonne lacht hinter den Gardinen hervor. Noch bin ich im Wachwerden, begegne den ersten Sonnenstrahlen mit Müdigkeit, leicht zusammengekniffenen Augen. Ich weiß bereits, dass heute wieder ein warmer Tag werden wird. Das stört mich im Grunde nicht. Vielleicht ein kleines bisschen begrüße ich es auch. Sicher, über 30 Grad sind fast schon zu viel. Aber das helle Wetter dort draußen, das wärmt, erhellt, die dunklen Gedanken vertreibt oder gar nicht erst aufkommen lässt. Ich weiß, dass heute ein weiterer Tag unter Vielen ist. Nicht der weltenumwälzende Neuanfang, der die Veränderung des Selbstes einläutet. Die Kunst des Lebens besteht da drin, aus dem Normalen das Besondere zu machen. In dem wir das Grau des Monotonen mit Farbe und Leben füllen. Vielleicht setze ich mich gleich was in den Park. Trinke was und gucke der vorbeistreichenden Welt in ihrem Trubel aus hupenden Autos, Sirenen, die vorbeieilen oder auch Menschen mit ihren Hunden zu. Ich fühle mich dann manchmal wie ein Außenstehender. Als betreffe mich das alles gar nicht. Als wäre ich nur ein Zuschauer, ein Beobachter. Die Welt streicht vorbei und in dem Fenster der Aufmerksamkeit beobachte ich ihren Trubel. Wer weiß denn schon für wie viele Menschen eine kleine Welt heute zusammenbricht oder auch unerreichbare Ziele plötzlich greifbar werden? Ich persönlich werde es von anderen Menschen nicht erfahren. Millionen von Seelen, die über diese unsere Welt eilen. Jede gefangen im eigenen Schicksal, den eigenen Pfaden. Und doch tun wir es alle auch gemeinsam. An Knotenpunkten treffen wir uns, tauschen uns aus. Und dann geht ein Jeder wieder seinen eigenen Weg. Ich fröne einem Leben in Unbekanntheit. Als graues Schaf unter wer weiß wie vielen Mehr. Gefangen im Kosmos meines eigenen kleinen Himmels und den Grenzen, die ich für mich definiere. Gerade heute stört mich das nicht. Einer unter Millionen und doch ein jedes Sandkorn ein Unikat.
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